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Archiv für November 2009

Kinderkonzerte zum Mitmachen

Montag, 30. November 2009

Am Sonntag war der erste Advent, morgen öffnen wir das erste Adventstürchen. Es ist Zeit, in uns zu gehen und uns zu überlegen, was wir unseren Liebsten zu Weihnachten schenken. Für alle Familien mit kleinen Kindern und deren Großeltern habe ich das ideale Geschenk: ein gemeinsames Erlebnis bei klassischer Musik von und mit mini.musik – große Musik für kleine Menschen e.V.

Kinderkonzert_minimusik_webKinder lieben Musik, Kinder wollen Musik erleben, Kinder wollen zu Musik singen und tanzen. Musik mit und für Kinder macht deshalb mini.musik – große Musik für kleine Menschen e.V. Bei ihren klassischen Konzerten für Kinder werden die kleinen Zuschauer zu Mitwirkenden. Dabei bietet mini.musik keine musikalische Früherziehung, sondern führt die kleinen Gäste spielerisch und sinnenfroh an klassische Musik heran. Ansprechpartnerin für die Kinder ist eine erfahrene Moderatorin vom Bayerischen Rundfunk in München: Sie singt, improvisiert, tanzt, experimentiert mit den kleinen Musikfreunden und die werden so zu Musikern. Ganz nebenbei lernen sie die großen Werke der klassischen Musik kennen und deren Instrumente.Auftakt der mini.musik Konzertreihe 2010 ist am 7. und 8. Februar 2010 die bunte Welt des Zirkus; Veranstaltungsort ist die Black Box im Münchner Gasteig. Zu Werken von Saint-Saëns, Gubaidulina, Berio, Strawinsky u.a. erleben die Kleinen eine Stunde voller Überraschungen: Der musizierende Clown bringt die kleinen Zuschauer zum Lachen und Staunen. Jongleure und wagemutige Artisten zaubern an ihren Instrumenten und entlocken Posaune, Violine, Kontrabass und Schlagzeug wunderschöne, aber auch skurrile Töne. Mit einer kleinen Auswahl an Perkussionsinstrumenten dürfen die Kinder auch mal selbst den Takt angeben und eine Klavierkünstlerin animiert Kinder und Eltern zum Mitsingen – denn ein Zirkus lebt von seinem Publikum. Und plötzlich wird es spannend: Eine bezaubernde Seiltänzerin schwebt durch den Raum und raubt dem Publikum den Atem. Im Anschluss an das Kinderkonzert dürfen die Kleinen auf der Bühne die Instrumente der Musiker genauer betrachten und selbst ausprobieren.

Die Veranstaltung für Kinder richtet sich an Drei- bis Sechsjährige in Begleitung ihrer Eltern. Am 7. Februar um 14.00 und 16.00 Uhr sind sie eingeladen, Teil des musikalischen Zirkus zu werden. Am 8. Februar findet eine zusätzliche Veranstaltung für Kindergärten statt. Dann heißt es um 9.00 Uhr und 11.00 Uhr: Manege frei. Ort der Vorstellungen ist die Black Box im Münchner Kulturzentrum Gasteig.

Die Konzerte von mini.musik sind ein Erlebnis für die ganze Familie und daher ein schönes Geschenk für Mama, Papa, Oma und Opa. Karten gibt es direkt bei münchenticket. Die weiteren Veranstaltungen finden Sie auf der Internetseite von mini.musik. Da mini.musik eine gemeinnützige Organisation ist, freut sich der Verein über jede Spende, nicht nur zur Weihnachtszeit.

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Die PR-Brille aus Sicht eines ehemaligen Redakteurs

Montag, 23. November 2009

Vor ein paar Wochen stolperte ich über die Fünf Gründe, warum man Twitter beruflich nutzen sollte. Fünf Gründe, die mir absolut einleuchteten und die ich gerne an meine eigenen Kunden weitergab. Verfasser der Fünf Gründe war Bernhard Lermann von Lermann PR. Er selbst ist erst seit 2007 auf PR-Seite zu finden, davor war er Ressortleiter von gq.com und leitender Redakteur von vanityfair.de. Seit 1998 publiziert er bereits Texte im Internet, schreibt immer noch für vanityfair.de, familyvalues.de und im hauseigenen Blog. Welche Meinung er zu PR- versus Redaktionsarbeit hat, hat Wörterladen ihn in einem Interview gefragt.

Bernhard-Lermann
Wörterladen: Sie kennen sowohl die Redaktionsseite als auch die PR-Seite. Welche Seite gefällt Ihnen besser? Wieso haben Sie sich für die PR-Seite entschieden?
B. Lermann: Der Wechsel auf die PR-Seite ging bei mir einher mit dem Wechsel vom Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit. Schon das war für mich ein Schritt, den ich bis heute nicht bereue. Inhaltlich liegen Redaktion und PR-Arbeit manchmal gar nicht so weit auseinander. Gerade beim so genannten „Produktjournalismus“. Sicher wird man als Journalist von den Agenturen hofiert und umlagert, das ist nicht unschön, bekommt aber auf Dauer auch nicht jedem. Am Ende schreibt man die Produktinformationen etwas um und hängt noch ein Gewinnspiel daran. Das hat mir irgendwann nicht mehr gefallen. Jetzt betreue ich sehr spezialisierte B2B-Kunden aus der Halbleiter-, Medizin- und Tourismusbranche. Oft geht es dabei um sehr technische Produkte und Anwendungen, die nur einen überschaubaren Markt betreffen. Das macht mir mehr Spaß, denn meistens geht es um Produkte, die vielen Menschen das Leben und Organisieren erleichtern und technisch innovativ und teilweise sogar revolutionär sind.Wörterladen: Welche PR-Strategie braucht es heutzutage, um als kleines Unternehmen wahrgenommen zu werden?
B. Lermann: Die erste Erkenntnis sollte sein: Kein Schwein interessiert sich für mich – und mein Produkt ist auch nicht besser als die anderen. Das kann man natürlich keinem Kunden so sagen, aber mit einer völlig übertriebenen Selbsteinschätzung des Unternehmens kommt man nicht vom Fleck. Interessanterweise schätzen die Inhaber dieser Unternehmen ihre eigenen Fähigkeiten nicht so hoch ein wie das Produkt, das sie herstellen. Sie sehen oft gar nicht mehr, wie gut sie ausgebildet sind und was für ein spezialisiertes Wissen sie besitzen. Wenn wir das Internet als Vertriebsplattform für Inhalte oder Nachrichten sehen, die von Menschen produziert werden, dann ist genau das eine große Chance für Spezialisten und für das, was sie zu sagen haben. Denn im Netz nimmt der ehemalige Massenmarkt nur noch einen kleinen Raum ein. Es gibt viel mehr Platz für die vielen Nischen. Nur wer sich dort mit den richtigen Werkzeugen gut platziert und mit seinem Markt ins Gespräch kommt, wird wahrgenommen. Man nennt das heute Social Media, weil man bei den Tools auf Blogs, Foren, Twitter, Facebook etc. zurückgreifen kann. Oft vermittelt der Begriff „Social Media“ für meinen Geschmack etwas zu viel von „Zerstreuung“. Man muss natürlich mehr Dinge im Blick behalten, kann aber viel gezielter Nachrichten an genau die Menschen bringen, für die sie relevant sind. Insofern ist die „Streuung“ eher niedriger, dafür aber gezielter als bei alten Marketing- und PR-Strategien.

Wörterladen: Welche Fähigkeiten müssen PR-Leute mitbringen, um ihre Kunden erfolgreich zu unterstützen?

B. Lermann: Wie immer ist Zuhören die beste Fähigkeit bei jedwedem Miteinander, das gilt auch und wohl auch schon immer für die PR. Es ist wichtig, seinem Kunden Strategien und Konzepte nachvollziehbar und belegbar zu erklären. Und da kommen Geduld und Einfühlungsvermögen ins Spiel, den eigenen Wissenstand nicht bei anderen vorauszusetzen und verständlich immer wieder Dinge zu erklären, die einem selbst schon lange klar sind. Mut sollte man besitzen, Ideen zu verkaufen, von denen Sie wissen: das braucht der Kunde. Auch wenn die PR-Branche vielleicht sagt: „Das ist zu früh“ oder „Das klappt nicht“. Die Fähigkeit Fehler zu machen hat zum Glück jeder. Aber mit Fehlern kreativ umzugehen und dies nicht zur Ego-Show zu machen, das ist für viele verständlicherweise nicht leicht. Ich möchte gar nicht von Persönlichkeit, Offenheit und Flexibilität sprechen. Ich denke, das sollte eher die Ausgangssituation sein. Die Möglichkeiten, ein Unternehmen bei der Kommunikation mit seinen Kunden (also nicht nur mit der Presse) zu unterstützen, sind heute sehr vielfältig. Man kann sehr kreativ sein. Momentan investiere ich aber viel Zeit darin, die Kunden von neuen Wegen zu überzeugen.

Wörterladen: Was ist für Sie eine gute Geschichte, um sie den Medien zu „verkaufen“?
B. Lermann: Eine gute Geschichte ist erst mal eine neue Geschichte. Ich könnte alle Bücher von Philip Roth lesen, aber die neuen interessieren mich mehr als die aus den 70er Jahren. Danach kommt direkt der Nutzen: Für die B2B-Presse sind Mitteilungen über den Aktienkurs einer Firma vielleicht uninteressant, bei der Wirtschaftspresse sind sie dagegen besser aufgehoben. Nichts nervt einen Redakteur mehr als eine Pressemitteilung, die für ihn nicht relevant ist. Der beste Weg, ein Thema zu „verkaufen“ geht meiner Meinung nach über jemanden, der etwas Interessantes zu erzählen hat. Ein Produkt mag wichtig sein, aber wenn ich einem Redakteur eine Geschichte anbiete, tue ich gut daran, ihm auch den Geschichtenerzähler zu liefern. Es schadet nie, sich beim Kunden einen Mitarbeiter zu suchen, der sich klar und unterhaltsam ausdrücken kann und den man für solche Zwecke einsetzen kann. Dieser muss nicht zwingend aus der Geschäftsführung sein.

Wörterladen: Was ist für Sie eine gute Pressemeldung? Wie wichtig ist heutzutage noch eine Pressemeldung in der PR-Strategie – im Hinblick auf die Überflutung der Redaktionen mit Pressemeldungen?
B. Lermann: Ich bin der Meinung, dass die Pressemitteilung weiterhin wichtig ist. Aber sie nur ins Email-Postfach der Redakteure zu schicken, ist reine Verschwendung. Damit würde man sich auf einen Nachrichtenvertriebskanal verlassen, der heutzutage nicht mehr nur Filter, sondern ein winziges Nadelöhr ist. Abgesehen davon, dass die Redakteure wahnsinnig überlastet sind und nicht so viele Themen bearbeiten können, lesen die meisten ihre Emails gar nicht mehr, sondern räumen nur regelmäßig ihr Postfach auf. Nachrichten sollten auch direkt von den Unternehmen als RSS Feed angeboten werden und einfach von jedem per Twitter, Facebook etc. im Netz verteilt werden können. Das Einrichten eines „Social Media Newsroom“ wird mittlerweile von einigen Agenturen angeboten. Den zu pflegen, kann auch eine Aufgabe für die PR Agentur sein.

Wörterladen: Wie kann sich ein kleines Unternehmen in der Flut an Informationen, die über eine Redaktion hereinbrechen, bemerkbar machen?
B. Lermann: Es macht ja keinen Sinn, sich in Kanälen bemerkbar machen zu wollen, die eh verstopft sind. Jede Branche kann sich heute in einem eigenen Bereich so organisieren, dass man um die besten Plätze gar nicht mehr zu kämpfen braucht. Es gibt natürlich originelle Geschichten oder Testimonials, die man als Vehikel für eine Nachricht einspannen kann. So etwas funktioniert immer ganz gut, aber das ist eher die Ausnahme.

Wörterladen: Wie können PR-Leute effektiver mit den Medien zusammenarbeiten?
B. Lermann: Ich habe den Eindruck, dass die meisten Medienleute und PR-Leute mit dem wichtigsten Medium von heute – dem Internet – noch nicht richtig klar kommen. Eine Zusammenarbeit lässt sich dort sehr gut organisieren, diese Möglichkeit gab es vorher nicht. Man könnte den Journalisten die Recherche und die Auswahl der Themen enorm erleichtern. Im Prinzip bräuchte kein Redakteur jemals wieder eine Pressemitteilung zu lesen, die nicht für ihn wichtig ist. Die PR-Agentur  könnte eine Instanz sein, die dem Redakteur die Recherche vereinfacht. So etwas muss man wie gesagt nur organisieren, die Technik dafür steht schon seit einiger Zeit zur Verfügung.

Wörterladen: Herzlichen Dank, Herr Lermann, für das informative Gespräch.

Deutsch-englische Sprachbeziehungen

Donnerstag, 19. November 2009

Wie halten Sie es persönlich mit der deutschen Sprache? In einer globalen Welt, in der die technologischen Trends aus den USA kommen, uns Social Media, Twitter, Follower, Hashtags, Verlinkungen, Webseiten leicht über die Lippen gehen, bleibt die gute deutsche Sprache auf der Strecke. Oder nicht?

Vor ein paar Tagen hatte ich mich erst mit einem PR-Kollegen darüber unterhalten, was uns als PR-Profis prägt. Es sind natürlich neben den Beziehungen und dem richtigen Umgang mit den Medien die Liebe zur Sprache, das Texten, die Worte, unsere Wortwahl, Dinge auszudrücken, auf den Punkt zu bringen. Liebhaber der deutschen Sprache sind wir sicher beide, mein Kollege ist jedoch der Meinung, für alle englischen Fachausdrücke gäbe es ein deutsches Pendant, das wir nutzen müssen. In vielen  Fällen ist das sicher richtig und durchaus sinnvoll. Doch gerade in der Informationstechnologie und in der Sprache des Internets haben sich englische Begriffe eingeschlichen, die wir nicht rückgängig machen können. Sie sind teilweise auch schon vom Duden übernommen. IT-Fachzeitschriften sind in ihren Artikeln voll von englischen Fachbegriffen und die Leser verstehen den Text trotzdem. Gerade auch die Social Media Szene lebt von englischen Ausdrücken. Facebook, Twitter sind Erfindungen aus den USA; wir Deutsche übernehmen einfach die englischen Fachbegriffe ohne uns neue Ausdrücke dafür zu überlegen.  Warum auch? Das Internet ist ein international geprägter und denkender Raum und wer dort mitspielen will, kann sich den englischen Begriffen nicht entziehen.  Jedoch bin ich als deutschstämmiger PR-Profi durchaus der Meinung, dass wir dort, wo es sinnvoll ist, auf unsere schöne Sprache zurückgreifen und das Denglisch Denglisch sein lassen.Zufällig habe ich gestern noch einen Blogbeitrag gefunden, der sich mit der Sprache im Bereich Social Media beschäftigt. Dabei geht es um ihre eigenen englischen Worte, die die Amerikaner speziell für die sozialen Netzwerke angepasst haben. Kennen wir so etwas auch in Deutschland? Nein, wir benutzen die englische Sprache, um sie einzudeutschen. Was ist nun besser?

Wie geht es Ihnen mit der deutschen Sprache? Welche englischen Begriffe nehmen Sie als normal  hin?

Mein ganz individueller Stil

Montag, 9. November 2009

Was ist für Sie (guter) Stil? Das fragt ALBERT  KREUZ  bei seiner aktuellen Blogparade. Grund genug, in mich zu gehen, und mich zu fragen, was ist nun guter Stil? Das kleine Wort mit gerade mal vier Buchstaben ist genauso individuell wie jeder Mensch – es lässt sich in keine Schublade pressen. Jede Epoche hat(te) ihren eigenen Kunst- und Baustil, jeder Maler seinen eigenen Malstil, jeder Schriftsteller seinen eigenen Schreibstil und jeder Designer seinen eigenen Modestil.

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Diese Liste könnte ich noch ewig fortführen, so weitläufig lässt sich das Wort mit den vier Buchstaben fassen. Was macht aber nun meinen Stil aus? Wie definiere ich Stil für mich? Neben meinem Kleiderstil, den ich für nicht so ausgeprägt halte wie den von Michelle Obama, definiere ich mich vor allem durch mein Auftreten und ganz wichtig meinen Arbeitsstil. Das ist der Stil, der für meinen Wörterladen ausschlaggebend ist.
Mein Arbeitsstil ist individuell ausgerichtet auf meine Kunden. Ich bin dem Web 2.0 verhaftet und das bedeutet für mich, schnelle Erreichbarkeit, kurze Wege in der Kommunikation. E-Mail-Anfragen, ob auf xing oder direkt in meinem Wörtladen-Account bleiben nie lange unbeantwortet. Gerne greife ich auch zum Telefon, um mich schnell mit meinen Kunden auszutauschen.
Freundlichkeit ist bei meiner Arbeit Grundvoraussetzung. Gute Manieren sind mir von meinen Eltern anerzogen worden und dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Ich kann mich auf jedem Parkett bewegen und weiß Gesprächspartner  kommunikativ einzufangen. Small talk ist mir keine Last, sondern Teil meiner Dienstleistungsstrategie. Kunden möchten emotional abgeholt werden, nicht nur mit Fakten und Beratung überschüttet.
Wie ich nun arbeite? Sehr textorientiert. Das ist meine Stärke. Die Beratung ist dabei ein wichtiger Teil. Gemeinsam lege ich mit meinen Kunden fest, wo sie hinwollen, welche Ziele sie verfolgen, welche Zielgruppen sie ansprechen wollen und wie wir ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Ideen in die Kommunikationsstrategie einbauen können.
Dann ist Textarbeit gefragt: Pressemeldungen, Fachartikel, Blogbeiträge, Whitepapers. Egal, für welche Kommunikationsmaßnahmen wir uns entscheiden, Texte spielen hierbei eine zentrale Rolle. Und diese sollten nicht nur meinem Kunden verständlich sein, sondern auch deren Kunden und den Lesern. Wie erreiche ich das? Mit klaren Worten, kurzen Sätzen, keinen Floskeln dafür konkreten Begriffen – egal, ob ich mich an ein Fachpublikum wende oder an den Menschen von nebenan. Wenn nicht nur ich und mein Kunde meine Texte verstehen, sondern auch mein Mann oder meine Freunde, dann bin ich mir sicher, dass sie auch für alle Leser verständlich sind.
Egal was ich tue und wie ich mich verhalte, mein Arbeitsstil basiert immer auf der Liebe zu meinem Job und dem Wunsch, meine Kunden bestmöglich zu versorgen.Haben auch Sie Lust, in sich zu gehen und Ihren ganz individuellen Stil einem größeren Publikum zu präsentieren? Dann schreiben Sie darüber in Ihrem Blog oder schreiben einen Kommentar auf dem ALBERT KREUZ Blog.

Foto © BirgitH, pixelio

Focus online im Fokus der Pressearbeit

Dienstag, 3. November 2009

Pressearbeit zeichnet sich nicht dadurch aus, mehrmals im Monat Pressemeldungen an einen großen Medienverteiler zu versenden, sondern zu wissen, welche Medien, welches Thema wünschen. Und dieses so zu besetzen und aufzubereiten, dass sich die Redakteure dafür interessieren. Dabei tickt jedes Medium anders. Wie? Das will Wörterladen Blog für seine Kunden herausfinden.

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Wir beginnen unsere Reihe mit Focus Online. Die Nachrichtenplattform bietet aktuelle und nutzwertige Inhalte in allen zielgruppenrelevanten Bereichen wie Finanzen, Telekommunikation, Wissen, Reisen, Kultur, Gesellschaft oder Politik. Es richtet sich mit seinen Inhalten an Meinungsbildner, Entscheider und Innovatoren unserer Gesellschaft mit einer hohen Onlineaffinität. Dem Interview stellt sich Björn Sievers, stellv. Ressortleiter Wirtschaft/ Finanzen bei Focus online.Wörterladen: Wie hebt sich FOCUS Online von anderen Nachrichtenportalen ab? Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?
B. Sievers: FOCUS Online steht im Kern auf drei Säulen: aktuellen Nachrichten, Hintergrundberichten, Nutzwert-Artikel und entsprechende Tools wie etwa ein stets aktueller Tages- und Festgeldvergleich sowie einer starken Community. Vor allem den letzten Bereich haben wir unlängst weiter ausgebaut. Bei FOCUS Online kann man nicht nur Artikel kommentieren, sondern inzwischen auch Notebooks, Banken und Politiker bewerten. Für uns sind diese Rückkanäle inzwischen zu einem sehr wichtigen Teil unserer journalistischen Arbeit geworden. Denn wir erhalten immer wieder wichtige Hinweise von unseren Nutzern. Wir können Stimmungen aufnehmen, und wir erhalten handfeste Themenvorschläge, die wir immer wieder berücksichtigen.

Wörterladen: Was unterscheidet FOCUS Online von der Printausgabe, außer dass es täglich neue Themen zu bieten hat?
B. Sievers: FOCUS Online wird von einer eigenständigen Redaktion gemacht. Gemeinsam ist beiden Publikationen der starke Fokus in Richtung Leser, dem wir immer erklären wollen, was eine politische Entscheidung oder wirtschaftliche Entwicklung für ihn bedeutet. Darüber hinaus arbeiten Print und Online sehr gut zusammen. Viele Magazin-Kollegen denken bei ihrer täglichen Arbeit für Online mit und bieten uns Themen an, die sie fürs Heft nicht unmittelbar verwenden können. Das reicht von einer kurzen Analyse nach Bilanzpressekonferenz eines Dax-Konzerns bis zur exklusiven Geschichte, von der der FOCUS-Redakteur weiß, dass er sie nicht bis zum Wochenende halten kann. Die Arbeitsweise ist dagegen äußerst unterschiedlich. Ein gutes Magazin kann vermutlich nur aus einer gewissen Ausgeruhtheit entstehen. Wir sind dagegen für die tägliche, zuweilen minütliche Einordnung zuständig. Ein Job, der nicht immer ganz leicht ist.

Wörterladen: Welche Themen sind außer der Wirtschaftskrise, Insolvenzen und Entlassungen gerade interessant für Sie?
B. Sievers: In der Wirtschaftsberichterstattung befinden wir uns gerade in einer Art Vakuum. Über die Finanzkrise ist vermutlich alles geschrieben, über Opel auch – egal wie die Entscheidung letztlich ausgeht. Die alte Regierung konnte nur noch auf die Finanzkrise reagieren, die neue ist noch nicht lang genug im Amt, um ihre Ecken und Kanten zu zeigen, an denen sich Journalisten reiben können. Aber das wird sich ändern, spätestens wenn die ersten Reformvorhaben Gestalt annehmen und wenn die Wirtschaft entweder wirklich anzieht oder die Arbeitslosigkeit doch noch in die Höhe schnellt.

Wörterladen: Wie können auch kleine unbekannte Unternehmen thematisch bei Ihnen punkten? Was muss ein Thema mitbringen, damit Sie darauf anspringen?
B. Sievers: Da lässt sich nichts beschönigen: Unbekannte haben es immer schwerer als die großen Bekannten. Eine Chance haben sie dennoch, vor allem dann wenn sie originell oder außergewöhnlich sind. Wir stellen zum Beispiel gerade in loser Folge ungewöhnliche Wertpapiere vor. Bedeutend ist keines von ihnen, wenn man Maßstäbe wie Marktkapitalisierung anlegt. Doch sie alle sind etwas besonders, seltene Pflänzchen in der Geldanlage. Und das macht sie zu Themen.

Wörterladen: Wie recherchieren Sie nach Themen? Was ist Ihre Hauptinformationsquelle?
B. Sievers: Für die schnelle Berichterstattung greifen wir auf Agenturen zurück, wir beziehen die Dienste der fünf größten Agenturen in Deutschland und haben zusätzlich ein paar Spezialdienste abonniert. Unser Herz hängt allerdings an den Autorengeschichten, die das journalistische Profil von FOCUS Online bilden – und in die wir einen nicht unbeträchtlichen Teil der Arbeitszeit investieren. Die wesentlichen Recherchemittel sind dafür – ganz klassisch – das Telefon und natürlich das Internet. Für viele Themen können wir auch FOCUS Kollegen in den Büros in Berlin, Hamburg, Düsseldorf oder Frankfurt ansprechen.

Wörterladen: Wie viele Pressemeldungen bekommen Sie am Tag? Wandert das meiste bereits aufgrund der Betreffzeile in den virtuellen Papierkorb?
B. Sievers: Ich habe sie schon lange nicht mehr gezählt. Wir verwenden sehr wenige Pressemitteilungen direkt für die Berichterstattung. Für schnellere und kleinere Geschichten sind die Nachrichtenagenturen unser erster Filter; unsere Schwerpunkte recherchieren wir gerne selbst. Vermutlich ist – zumindest in der Wirtschaft – der häufigste Fall einer verwendeten Pressemitteilung die Studie, die wir vorab haben, um sie mit mehr als einer simplen Meldung aufzubereiten.

Wörterladen: Was ist für Sie eine gute Pressemeldung? Wie kann Ihre Aufmerksamkeit geweckt werden?
B. Sievers: Für uns ist es immer angenehm, Informationen vorab zu haben, weil wir uns dann besser vorbereiten können. Das bedeutet für die andere Seite, also die Pressearbeit, dass sie für uns eher funktioniert, wenn sie passgenau ist. Was mit der großen Gießkanne gestreut wird, hat selten eine Chance. Eine Ausnahme bilden allenfalls höchstrichterliche Urteile, die natürlich allen zur gleichen Zeit zur Verfügung stehen, die für uns als Nutzwertportal aber eine besondere Bedeutung haben.

Wörterladen: Wie Sie anfangs bereits sagten, Focus online setzt nicht nur auf Berichterstattung, sondern auf die Meinung ihrer Leser. Ist das auch ein Grund, warum Sie twittern? Um am Puls der Leser zu sein?
B. Sievers: Privat habe ich im Mai 2007 angefangen zu twittern, weil ich neue Dinge im Netz immer gleich ausprobieren muss. Ich habe dann allerdings mehr als ein Jahr gebraucht, um zu verstehen, was Twitter für mich bedeutet. So etwa vor einem Jahr hat sich Twitter in der Reihenfolge meiner persönlichen Informationstools an die erste Stelle noch vor RSS geschoben. Ich bekomme gerade zu Themen aus dem Bereich des digitalen Lebens die Dinge immer zuerst über Twitter mit. Ein sehr effizienter Weg, auf dem Laufenden zu bleiben.
FOCUS Online twittert, weil der Dienst eine Möglichkeit ist, unsere Leser ebenso wie neue Nutzer zu erreichen. Wir wissen schon sehr lange, dass unsere Nachrichten nicht allein über die Homepage wahrgenommen werden. Zwar sind soziale Medien wie Twitter und Facebook, wo wir auch eine Seite haben, heute noch nicht so bedeutend, wie Google. Doch der Traffic aus diesem Teil des Netzes wächst. Darüber hinaus müssen wir auch als Redaktion verstehen, wie Social Media Kommunikation und Medienrezeption verändert. Und da ist es am besten, einfach mitzumachen.

Wörterladen: Wie wichtig ist Ihnen und FOCUS Online Social Media?
B. Sievers: Social Media, vor allem Twitter, ist inzwischen die Nummer eins bei mir, also ungefähr das, was Mailinglisten vor zehn Jahren waren. Ich glaube, dass die Teilhabe an diesen Diensten weiter wachsen wird und dass sie die Medienlandschaft in den kommenden Jahren mit verändern, ja vielleicht sogar mit prägen werden. Journalisten werden wegen Social Media ihre Rolle neu definieren müssen, wir werden mehr Moderatoren und weniger Welterklärer sein. Damit wächst auch die Bedeutung von Social Media für ein Portal wie FOCUS Online. Wir geben unseren Nutzern immer mehr Möglichkeiten, sich zu äußern – bei uns, auf Twitter oder Facebook. Diese Kanäle werden in den kommenden Jahren eher noch Zuwachs bekommen.

Wörterladen: Herzlichen Dank, Herr Sievers, für das informative Gespräch.