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Spinnen ist Pflicht!

So lautete ein Vortrag von Anke Meyer-Grashorn letzte Woche im Presseclub München. Ich war gespannt. Spinnen tun wir ja alle manchmal, aber dass das Pflicht ist, war mir noch nicht bekannt. Hinter dem „Spinnen“ steckt kurz und knapp das Finden neuer Ideen/ Innovationen im eigenen Unternehmen oder für Kunden. Innovationen entstehen oft aus Ideen, die ein Einzelner mutig ins Unternehmen trägt und andere mit seiner Idee ansteckt, so dass diese auch umgesetzt wird. Anke Meyser-Grashorns Aufruf gilt allen Unternehmen, regelmäßig zu spinnen, um wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben. Denn Spinnen tut nicht weh, sondern hilft, Ideen im Unternehmen sichtbar zu machen.

Ideen sind der Motor eines Unternehmens. Das belegt jährlich eine Umfrage des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (dib) bei deutschen Unternehmen, die bereits ein institutionalisiertes Ideen- management besitzen. Der Wert der Verbesserungs­vorschläge bei den 277 befragten Unternehmen in 2008 betrug 1,55 Milliarden Euro. Die Deutsche Post liegt mit jährlich circa 200.000 eingereichten Ideen mit einem Wert von 260 Mio. Euro auf Platz 1. Dabei zählt jeder Verbesserungsvorschlag: Ideen können ganz klein sein, manchmal ganz groß. Sie entstehen durch Brainstorming am runden Tisch, im Gespräch mit Kollegen, Partnern oder Kunden,  im Kopf eines Einzelnen, während er einen Spaziergang macht oder sogar im Schlaf. Jeder Mensch hat seine eigene Methode, wie er auf Neues bzw. die  Lösung eines Problems kommt.

Kreativität ist dabei gar nicht gefragt. Es geht eher um einen Ideenfindungs-Prozess, den man professionalisieren kann. Kreative oder Genies sind nicht Genies, weil sie ständig von Geistesblitzen erleuchtet werden. Im Gegenteil, sie nehmen sich einer Fragestellung an, die sie von allen Seiten beleuchten und so auf diverse Möglichkeiten, Lösungen  kommen bis eine finale Idee im Raum stehen bleibt.

In drei Schritten zur Innovation – der Ideen-Produktionsprozess nach Anke Meyer-Grashorn

Nur mit einer konkreten Problemstellung/ Zielsetzung kann ich auch brauchbare Ideen erhalten. Das heißt, Sie sollten sich fragen, wofür brauche ich die Ideen, was sind meine Ziele, was will ich erreichen?

Schritt 1: Sammeln Sie Rohideen, Ideenfetzen, Inspirationen. Dabei geht es nicht darum, bereits brauchbare Ideen zu finden, sondern eine Masse an Eindrücken zu sammeln, um daraus zum Schluss mindestens eine innovative Idee zu erhalten. Eine gute Idee braucht mehr als 100 bis 1000 Ideenfetzen. Wichtig: Alle Ideen sind erlaubt und werden nicht auf Brauchbarkeit überprüft.

Schritt 2: Jetzt kommt die Realität ins Spiel. Verdichten Sie die Ideen. Gibt es Ideen, die man kombinieren kann? Welche machen gar keinen Sinn, sind nicht durchführbar, zu viel Geld, Ressourcen, Zeit? Zum Schluss haben sie konkretisierte Top-Ideen.

Schritt 3: So gut die Idee ist, sie muss sich präsentieren lassen. Gut verpackt ist halb gewonnen. Visualisierung ist nun angesagt. Hält Ihre Idee einer Präsentation stand?

Was brauche ich als Ideenproduzent?

Zeit und Raum: Nur in einer entspannten Atmosphäre abseits Ihres Arbeitsplatzes lässt es sich kreativ spinnen. Sie müssen ausbrechen aus Ihrer Routine. Richten Sie sich Ihre Spinnecke ein (meint Anke Meyer-Grashorn) – z.B. (Pinnwand mit Urlaubsbildern, um den Blick dorthin schweifen zu lassen). Idee: Gehen Sie dorthin, wo Ihr Thema zuhause ist. Beispiel: Ein Turnschuhfabrikant geht mit seinem Entwicklungs- und Marketingteam in einen Sport-Umkleideraum und erkennt Folgendes: Gerüche, kleine Spinde, etc. Ideen daraus waren Schuhe, die den Schweiß neutralisieren, die man „abschließen“ kann, damit sie auch außerhalb des Spindes nicht geklaut werden können.

Mitspinner: Sie brauchen Verbündete, um genug Ideen zu entwickeln. Kreativität hat mit Nähe zu tun. Dabei sind Nichtwisser besser als Schlaumeier. Holen Sie sich Teil- nehmer ins Boot, die keine Experten für Ihr Thema sind und daher die Fragestellung aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten.

Handwerkszeug: Jetzt geht es darum, Kreativitätstechniken anzu- wenden. Brainstorming ist dabei die meist durchgeführte Technik. Aber auch diese lässt sich durchaus unterschiedlich angehen. Spielen Sie das Super-Hero-Spiel: Lassen Sie Winnetou mit seinem Pferd zu einem Ladengeschäft reiten. Was muss dieses Ladengeschäft haben, damit Winnetou dort einkauft? Ein Platz, wo er sein Pferd anbinden kann, Heu fürs Pferd während er shoppt etc. Das heißt, die Dienstleistung des Geschäfts muss bereits VOR der eigenen Ladentür anfangen. Wären Sie ohne Winnetou auf diese Eingebung gekommen?

Legen Sie los: Das Brainstorming sollte maximal 15 Minuten dauern. Alle Ideen werden auf Kärtchen fest- gehalten und dann gut sichtbar für alle an eine Wand gepinnt. Nach dem Sammeln beginnt dann die Assoziation. Sie können dabei immer 2 Karten nehmen und die beiden Ideen auf einem Extrablatt miteinander kombi- nieren. Das macht Spaß, lässt Sie ums Eck denken und zum Schluss steht IHRE Idee auf einem Blatt.

Zu guter Letzt: Bereits Mark Twain wusste, dass es Spinner braucht, um Innovationen in Gang zu setzen: „Menschen mit einer neuen Idee gelten solange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.“

Also, es wird Zeit, einen Ideen-Tag in Ihrem Unternehmen zu etablieren und andere Spinner als Verbündete zu gewinnen.

Wenn Sie Inspirationen für Ihren Ideenfindungs-Prozess brauchen, können Sie sich an Anke Meyer-Grashorn wenden. Sie schickt Ihnen gerne Ihre Kreativitätstechniken zu.

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