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Der Newsroom in der Unternehmenskommunikation

Was ist der Vorteile eines Newsrooms in der Unternehmenskommunikation gegenüber dem Reiter „Presse“ auf der eigenen Homepage?

Der Newsroom ist in der Unternehmenskommunikation immer noch nicht vollständig angekommen. Viele Kommunikationsabteilungen arbeiten auf der Homepage weiterhin mit dem klassischen Pressebereich. Ich möchte heute der Frage nachgehen, was ist der Vorteil, auf einen Newsroom in der Unternehmenskommunikation zu setzen oder auch zukünftig den Pressebereich zu pflegen?

Newsroom in der Unternehmenskommunikation am Beispiel von Mercedes Benz

Im Newsroom von Mercedes sehen Sie nicht nur Content des Unternehmens, sondern auch von Dritten, wie zum Beispiel Bloggern, wenn deren Berichte etwas mit Mercedes zu tun haben.

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir erst einmal klären, was landläufig unter Newsroom zu verstehen ist. Der Newsroom in der Unternehmenskommunikation bezeichnet unter anderem ein Organisationsmodell für die Kommunikation. Als Vorbild diente der Aufbau einer Zeitungsredaktionen: im Großraum, alle Ressorts beieinander, crossmedial. Eine Schaltzentrale über alle Kommunikationsfelder hinweg. In der man sich direkt austauschen kann und gemeinsam an einer Contentstrategie arbeitet. Übertragen lässt sich das nun auf einen virtuellen Newsroom, in dem das Unternehmen alle Kommunikationskanäle zu allen Multiplikatoren (Medien, Kunden, Partnern) bündelt.

Der Newsroom in der Unternehmenskommunikation interpretiert den Pressebereich neu

Schauen wir uns den Wandel in der Unternehmenskommunikation an, die Organisationsstruktur und Kommunikationskanäle, aber auch die Anforderungen an die Kommunikationsabteilung, scheint der Newsroom in der Unternehmenskommunikation unumgänglich. Er bringt die klassische Pressearbeit mit Social Media, Bewegtbild und der Community zusammen. Im Newsroom fühlt sich nicht nur der klassische Journalist angesprochen, sondern auch der Blogger bis hin zum interessierten Endkunden.

Der Newsroom ist also die moderne Darstellung der Presseseite, der Ihre PR-Materialien mit Ihren diversen Online-Auftritten und sozialen Netzwerken verbindet. Dort findet sich nicht nur die letzte Pressemeldung, ein Download zum Bildmaterial, sondern auch Firmen- und Produktvideos (youtube-Auftritt), die letzten Beiträge von Facebook, Google+, Twitter, dem eigenen Blog sowie den direkte Draht zu Ihnen. Aber auch Imagebroschüren, Geschäftsberichte bis hin zu Apps sind im Newsroom passend aufgehoben. Der Content wird zudem in Echtzeit eingespielt.

Damit spricht der Newsroom in der Unternehmenskommunikation nicht nur Medienvertreter an, sondern eben auch weitere Multiplikatoren wie Blogger, aber auch Kooperationspartner bis hin zu Ihren Kunden/ Empfehlern, die Unternehmen verstärkt in ihre Kommunikationsstrategie einplanen.

Der Newsroom steht allen Bezugsgruppen offen, um sich aktuell über das Unternehmen und dessen Themenwelt zu informieren. Das bedeutet aber auch, dass Sie Informationen so zusammenzustellen und aufbereiten, dass jeder Ihrer Ansprechpartner sich angesprochen fühlt und seine Fragen beantwortet bekommt.

Der Vorteil eines Newsrooms: 360-Grad-Image Ihres Unternehmens

In einem Newsroom zeigen Sie ein konsistentes Bild Ihrer Kommunikationsarbeit – dort trifft Ihre geballte Informationsvielfalt auf Ihre Multiplikatoren. Diese können sich ein 360-Grad-Image über Ihr Unternehmen machen und das 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Das online Informationsmaterial ist dabei auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten und kann direkt weiterverwendet werden. Zusätzlich können Sie auch Content einfließen lassen, der nicht direkt von Ihnen generiert wird, sondern eben von Bloggern, Kunden zu Ihrem unternehmen. Diesen Weg geht z.B. Mercedes in seinem Newsroom. Diese transparente Kommunikationspolitik stärkt das Vertrauen in Ihr Unternehmen.

Der Newsroom birgt die Gefahr der Unübersichtlichkeit

Ein Newsroom in der Unternehmenskommunikation birgt aber nicht nur Vorteile. Schnell kann die digitale Schaltzentrale unübersichtlich werden. Wenn Sie zudem auch fremden Content automatisch einfließen lassen, verlieren Sie schnell den Überblick und Sie geben auch negativem Content eine Plattform.

Wenn Sie sich für einen Newsroom entscheiden, müssen Sie also viele Fragen im Vorfeld klären:

  • – Welcher Content soll einfließen, auch externer?
  • – Wie wird dieser vorab gefiltert?
  • – Welche Technik nutzen wir, um unseren Newsroom anschaulich darzustellen und Content (automatisch) hochzuladen?

Das bedeutet für Sie: Klären Sie zuerst die Ziele, die Sie mit dem Newsroom erreichen möchten, die Inhalte, die Ihnen zur Verfügung stehen und wie die Inhalte eingefügt (Schnittstellen, APIs zu Kanälen) und betreut werden sollen, z.B. vollautomatisch oder redaktionell gepflegt.

Eine Frage Ihrer Kommunikationskanäle: Presseseite oder Newsroom

Bleibt die Frage offen: Macht es Sinn, Ihre Seite von „Presse“ namentlich auf „Newsroom“ umzustellen? Das hängt davon ab, wer von Ihrer Zielgruppe Ihre Presseseite besucht und ob sie das weiterhin auch unter dem Namen Newsroom machen würde. Unternehmen wie Amazon, der Münchner Flughafen, aber auch Universitäten wie Hamburg bündeln ihre Öffentlichkeitsarbeit auf der eigenen Homepage unter „Newsroom“. Dahinter muss sich dann aber auch ein solcher befinden und nicht weiterhin eine eindimensionale Darstellung Ihrer Pressearbeit mit den aktuellen Meldungen, Fotodownloads und dem Kontakt.

Meine Meinung zu Newsroom in der Unternehmenskommunikation

Wenn Sie viele Kanäle bedienen wie Facebook, Twitter, Instagram, youtube, neben Pressemeldungen dediziert auf Whitpaper, Anwenderberichte, Case Studies hinweisen möchten bzw. zum Download bereit stellen, einen eigenen Blog besitzen, dann benötigt Ihr „Presse“-Bereich einen neuen Aufbau und ein übersichtliches Layout, sodass sich Besucher schnell zurechtfinden. Und dann ist auch die Namensänderung auf Newsroom gerechtfertigt.

Die ausführlichen Tipps und Beispiele finden Sie in der aktuellen PRPraxis 22/2017.

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