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Vom Sommerloch keine Spur!

Von wegen Sommerloch! Derzeit erleben wir so manchen PR-Supergau, der sich vor allem in der Social-Media-Community breit macht. Zuerst erlaubte sich Vodafone auf ihrer Pressekonferenz zur neuen Markenstrategie einen Skandal mit gekauften Blogger-Größen, nun folgt Otto mit seiner MacBook-Verkaufsaktion.

Am 8. Juli fand die erste Social Media Pressekonferenz (PK) von Vodafone statt. Eingeladen war auch die Öffentlichkeit, die sich auf dem gerade eröffneten Vodafone-Blog einen Mitschnitt der PK anschauen konnte und Fragen stellen durfte. 2.500 erreichten Vodafone und überforderten damit die Veranstalter. Aber das nur am Rande.
Die neue Vodafone-Kampagne „Es ist deine Zeit“ wendet sich vorrangig an die „Generation Upload“, die sich tagtäglich mit dem Internet auseinandersetzt und im Internet präsent ist. Daher wollte Vodafone auch vorrangig Social-Media-Kanäle wie Facebook, Youtube, StudiVZ oder MaySpace für die Werbekampagne in Form von Videospots und Plakaten nutzen. Für die Werbespots wurden Blogger-Größen wie Sascha Lobo sowie die Comic Bloggerin Ute Hammelmann (Schnutinger) angeheuert.
Schon während die Pressekonferenz lief, erhitzten sich die Gemüter der Web2.0-Community. Über Twitter wurde die erfolgreiche Vodafone-PK zu einem Eklat: Vor allem Sascha Lobo wurde als unabhängiger Blogger gerügt, sich für eine kommerzielle Werbekampagne herzugeben. Fazit: Schnutinger bloggt nicht mehr, Lobo erklärt sich und Vodafone schweigt. Ein Lehrstück über missglückte Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0.
Eine andere PR-Krise hat Otto ausgelöst. Am Dienstag hatte Otto ein Macbook Air fälschlicherweise nur mit 49,90 Euro ausgezeichnet. Schnell kamen 2.000 Bestellungen zusammen bis Otto der Preisfehler auffiel. Da war die Panne aber schon passiert und rückrudern half wenig. Die Käufer bestehen auf den ausgeschriebenen Preis, Otto nennt die Falschauszeichnung ein Versehen und will die MacBooks nicht ausliefern. Ottos Pressesprecher setzt noch einen oben drauf: „Schon auf den ersten Blick konnten die Kundinnen und Kunden erkennen, dass es ein solches Schnäppchen gar nicht geben kann.“ Ein durchaus gefundenes Fressen für Journalisten, besonders wenn sie selbst wie Richard Gutjahr vom Bayerischen Fernsehen eine Bestellung getätigt hatten. Anstatt sich nun kooperativ zu zeigen, blockt der Otto-Sprecher einen Mitschnitt seines Gesprächs mit Gutjahr ab. Öffentlich wurde sein Verhalten trotzdem: Gutjahr schreibt in seinem Blog ausführlich über sein Telefonat mit dem Otto-Sprecher. Und auch bei Twitter wird die MacBook-Pleite von Otto verbreitet. Das hätte Otto in Zeiten von Social Media mit einplanen sollen.
Otto entschuldigt sich nun bei seinen Käufern und will sie mit einem 100-Euro-Gutschein trösten. Zur Verbreitung der Entschuldigung nutzen sie auch Twitter!
Unternehmen wie Vodafone, die sich auf Social Media-Kampagnen einlassen und ihre PR-Strategie um Web2.0-Medien erweitern, müssen sich klar sein, dass sie nun direkt mit der Öffentlichkeit zu tun haben. In der Blogger- und Twitter-Community verbreiten sich Themen sekundenschnell und werden heiß debattiert. Unternehmen müssen sich also auch kritischen Kommentaren stellen und proaktiv in die Web-Debatten eingreifen, sonst verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit und ihre PR-Strategie geht nach hinten los. Otto, der bisher keine Social Media-Strategie verfolgt, sollte zumindest seine Augen und Ohren in der Web2.0-Community haben und wissen, was die Internetnuzer von seinen Taten halten.
Wie haben Sie den Web2.0 Start von Vodafone erlebt? Sind Sie der Meinung, die Social-Media-Community hat übertrieben reagiert? Und was halten Sie vom Otto-Fettnäpfchen? Wie hätte Otto in Ihren Augen reagieren sollen?

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