Ein frommer Zauber hält mich wieder.
Anbetend, staunend muss ich stehn;
es sinkt auf meine Augenlieder
ein goldner Kindertraum hernieder.
Ich fühl’s: Ein Wunder ist geschehen.
Theodor Storm
Als meine Schwester und ich noch klein waren, haben meine Eltern die Geschenk heimlich unter den Baum gelegt und dann alle Kerzen – ja, damals gab es noch brennende Kerzen am Baum – angezündet. Wir mussten währendessen vor der Tür mit unseren Omas warten, bis ein klares Glöckchen ertönte. Das Signal für uns, die Tür zu öffnen und in den weihachtlich geschmückten Raum zu stürmen. In der Hoffnung, noch einen letzten Blick aufs Christkind zu erhaschen. Mama und Papa sagten dann immer, es ist gerade zur Tür hinaus, ihr habt es knapp verpasst. Selbst der Blick raus aus dem Fenster hat leider nichts mehr gebracht. Das Christkind war schon zu den nächsten Kindern aufgebrochen.
Der Zauber unserer früheren Weihnacht erfüllt mich nun wieder – durch die Freude und den ungetrübten Glauben unseres kleinen Sohnes. Weihnachten mit seinen Augen wie früher zu erleben, ist schöner als alle Geschenke, die unter dem Baum auf mich warten.
Ich wünsche Ihnen, allen meinen Kunden und Lesern, ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer eigenen Familien. Auf dass Weihnacht für Sie genauso schön und sinnerfüllt wird wie meines!


