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Artikel-Schlagworte: „Kooperationen mit Bloggern“

Blogger Relations: 7 Todsünden, die Sie umschiffen sollten

Mittwoch, 29. Juli 2015

Zurzeit scheint das Thema Blogger Relations einen neuen Höhepunkt zu genießen, sowohl auf kress.de als auch im Cision-Blog las ich darüber, was sich BloggerInnen von Unternehmen wünschen. Ich selbst hatte vor kurzem speziell Familienblogs (Mamas + Papas) für die Kinder-Jelrazz-CD „Matze mit der blauen Tatze“ angesprochen und habe so meine ganz eigenen Erfahrungen mit der Multiplikatoren-Gruppe Blogger erzielt.

Jazz-CD für Kinder und Familien

Blogger Relations mit der Jazz-CD für Kinder “Matze mit der blauen Tatze” auf Blogger-Fang – auf der Suche nach den Mama und Papa Bloggern

Immer wieder hört und liest man, dass Blogger attraktive Multiplikatoren sind, da sie noch mehr das Vertrauen ihrer Follower und Leser genießen als einschlägige Magazinformate. Das bedeutet für Sie als Unternehmen/ Marke, dass Ihre Produktvorstellung in einem positiven Umfeld wahrgenommen wird. Erfolgreiche Blogger lassen sich Ihre Produkt-PR daher auch gut bezahlen – nicht jedes kleine Label kann sich das leisten. Damit Sie im ersten Schritt aber überhaupt von Bloggern wahrgenommen werden, sollten Sie einige Details bei Ihrer Kooperationsanfrage beachten:

Todsünde 1: Sie wissen gar nicht, warum Sie mit Bloggern zusammenarbeiten sollten

Blogger Relations ist hipp, Unternehmen müssen ihre PR auch auf diese Multiplikatoren ausdehnen! Das ist quatsch. Nicht jedes Thema und Produkt lässt sich über Blogs vermarkten. Überlegen Sie sich genau, ob Ihre Zielgruppe Blogleser sind und Ihr Markenkern zu den Blogs aus Ihrer Branche passen. Entscheiden Sie sich dann, ob es sich lohnt, in Blogger Relations zu investieren.

Todsünde 2: Sie kennen die Blogs nicht

Wenn Sie z.B. eine Kinder-Jazz-CD über Familienblogs vorstellen möchten, ist nicht jeder Familienblog geeignet. Schauen Sie sich vor dem Erstkontakt unbedingt die Blogs an: Was ist die Hauptausrichtung des Blogs, gibt es Produktvorstellungen, wurden schon einmal CDs oder Bücher vorgestellt? Sieben Sie bereits diejenigen aus, die sich nur um Kindererziehung drehen, Mode und DIY-Themen veröffentlichen.

Todsünde 3: Sie wissen nicht, wie Sie die Blogger anschreiben sollen

Schauen Sie sich den Blog an: Spricht der Blogger seine Leser per Du an, siezt er sie? Wie stellt er sich selbst vor – mit Vornamen? Dementsprechend können Sie entscheiden, wie Sie den Blogger anschreiben wollen. Höflich ist in meinen Augen immer das Sie! Mit Nachname nur, wenn der Blog eine konservative Ausrichtung hat – bei Lifestyle-Blogs reicht Sie + Vorname. Spricht der Blogger Sie bei seiner Antwort mit Du an, wechseln Sie auch zum Du. Wichtig ist, immer eine persönlihe Ansprache und Formulierung zu wählen – keine Massenaussendung mit „Lieber Blogger…“

Todsünde 4: Sie hoffen auf kostenlose PR

Die Zeiten sind vorbei, in denen Blogger auf Ihr PR-Thema gewartet haben – sie haben genügend Futter für Themen, die ihren Blog lesenswert machen. Besucherstarke Blogs mit entsprechender Folgschaft auf Facebook, Twitter und Instagram lassen sich Ihre PR daher auch etwas kosten. Wägen Sie ab, ob Sie sich den Blogger leisten können oder ob Sie besucherärmere Blogs bevorzugen und in einem 2. Schritt an hochdekorierte Blogs gehen.

Todsünde 5: Sie haben keine konkreten Kooperationsideen

Viele Blogs haben eine eigene Rubrik mit Kooperationsanfragen. Stellen Produkte vor und bewerten diese. Trotzdem ist es immer sinnvoll, Ihre Produktaussendung mit einem spannenden Thema zu verknüpfen, das zum Blog und seinen Lesern passt: Für „Matze mit der blauen Tatze“ habe ich z.B. einen Papa-Test entwickelt: Welcher Matze-Typ bist Du? Und diesem speziell einem Blogmagazin (netpapa.de) angeboten.

Todsünde 6: Der Blogger soll Ihre Pressemeldung 1 zu 1 übernehmen

Blogger haben ihren eigenen Stil. Sie übernehmen in den seltesten Fällen Ihre Pressemeldung 1 zu 1 – eher orientieren sie sich an Ihren Inhalten und lassen ein paar Formulierungen einfließen, z.B. die Geschichte von Matze mit der blauen Tatze oder die Aufzählung dessen Hauptcharaktere. Im Falle der Matze-Jazz-CD haben die Mama-Blogs ein Testexemplar der CD erhalten und dieses zusammen mit ihren Kindern angehört und beurteilt. Entstanden sind eigene Fotos und Eindrücke – eine Blog-Mama hat sogar DIY-Einladungskarten daraus gebastelt. Eine Idee, die auch für eine Kooperationsanfrage passend gewesen wäre.

Todsünde 7: Sie sehen Blogger als Journalisten 2. Wahl an

Schon längst sind Blogger aus dem Schatten Ihrer Journalisten-Kollegen herausgetreten, Sascha Lobo, Polit-Blogger, ist gern gesehener Gast in Talkshows, Mode-Bloggerinnen werden als Stilikonen für Styling-Seiten von Modemagazinen eingeladen. Behandeln Sie Blogger daher auf Augenhöhe. Machen Sie Blogger-Events, um mit ihnen auch persönlich ins Gespräch zu kommen, geben Sie Ihnen Tipps oder bringen sie sie mit Medienkontakten zur gegenseitigen Themenbefruchtung zusammen.

Meine eigene Blogger-Erfahrung:

Ich hatte für die Kinder-Jazz-CD die Top-Mama-Blogs herausgefiltert – und mir angeschaut, wie deren Besucherzahlen sowie Facebook-Fanzahlen und Followerzahlen auf Twitter sind. Diese habe ich mir angeschaut und zusätzlich noch weitere passende Mama-Blogs über deren jeweilige Blog-Rolls und Google recherchiert. Wichtig war mir, dass bereits ein Leserstammpublikum da ist, dass der Blog auch Produkte (CDs, Bücher etc.) vorstellt und die Gestaltung (Layout + Textstil) zum Anspruch und der Markenphilosophie meines Kunden mini.musik passt. Im ersten Schritt habe ich alle Bloggerinnen angeschrieben, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass die wenigstens per Telefon angesprochen werden möchten. Ich habe ihnen kurz mein Anliegen geschildert, kurzweilig Matze vorgestellt und die Optionen einer Zusammenarbeit.

Geantwortet haben meist diejenigen, die nichts für die Rezension verlangen, gerne aber eine Verlosung machen würden und das Thema super spannend fanden. Von den Top-Blogs habe ich nie ein Feedback erhalten – haben selber aber den Anspruch (siehe kress- und Cision-Artikel), nur von Unternehmen angesprochen zu werden, die sich mit ihnen bereits auseinandergesetzt haben. Die Höflichkeit, finde ich, gebietet es, auf jede Anfrage zu antworten – das wünscht sich z.B. Super-Mom auch. Diese Mühe mache ich mir auch, wenn Medien gerne Verlosungen, Kooperationen mit den Produkten meiner Kunden veranstalten möchten.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Bloggern gemacht? Bin sehr gespannt auf Ihre Kommentare.